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“Musik im Herzen Europas”: Stücke von Schubert, Dvořák, Brahms und Co. bezaubern das Waldviertler Publikum

Am 6. Juni 2012 wohnten rund 50 Zuhörer der Uraufführung des kommentierten Musikabends „Musik im Herzen Europas“ im Schüttkasten des „Lindenhofes“ in Raabs an der Thaya bei, einer Veranstaltung des ETZ-Projektes „Kulturlandschaften und Identitäten entlang der tschechisch-österreichischen Grenze“.

Vor dem Hintergrund der gemeinsamen Geschichte Österreichs, Böhmen-Mährens, der Tschechoslowakei bzw. Tschechiens präsentierte der Wiener Musikologe Dr. Richard Steurer die „Geschichten hinter der Geschichte“ zu den vorgetragenen Werken namhafter Komponisten wie Franz Schubert, Bedřich Smetana, Antonín Dvořák, Johannes Brahms, Josef Suk oder Erwin Schulhoff. Hierbei wurde besonders auf die Diskrepanz zwischen der Nationalisierung der Komponisten oder Musikstücke und der oftmals extrem freundschaftlichen und jedem Nationalismus widersprechenden Zusammenarbeit der Musikschaffenden über die Grenzen hinweg hingewiesen. Selbst wenn Musik einst zur Trägerin von Tendenzen wurde, die auf die Abgrenzung der europäischen Völker voneinander abzielten, so stellte sie doch immer eine gemeinsame Sprache, einen gemeinsamen kulturellen Rahmen dar, der von allen Mitteleuropäern verstanden wird und die Menschen schlussendlich doch wieder verbindet. Vielfach waren es die Komponisten selbst, die hoch sensibel den Zeitgeist nicht nur in ihrer Musik bannten, sondern mit ihrer Kunst oftmals auch auf die Gefahren hinwiesen, die ein all zu eifrig verfolgter Nationalismus mit sich brachte.

Neben den musikhistorischen Einsichten garantierte vor allem die vom Martinů-Quartett, einer Prager Musikformation von europäischem Rang, einmalig vorgetragene Musik für einen lehrreichen und genussvollen Musikabend.

„Musik im Herzen Europas“ wird im Rahmen des ETZ-Projektes „Kulturlandschaften und Identitäten entlang der tschechisch-österreichischen Grenze“ auf Tour gehen und auch in den Nachbarregionen Südböhmen und Vysočina zu hören sein. Nach Raabs an der Thaya kehrt das Programm voraussichtlich am 18./19. Oktober zurück, als Rahmenprogramm der Österreichisch-Tschechischen Historikertage.


www.martinuquartet.eu

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